Politik

Boykott gegen VW & Co: Warum Deutschlands Autobauer ins Visier der türkischen Opposition geraten
Wegen ihrer Verbindungen zu einem regierungsnahen Medienkonzern ruft die türkische Opposition zum Boykott von Volkswagen, Audi und Skoda auf. Der Fall zeigt, wie sehr Wirtschaft und Politik in der Tür
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Von Stefan15. August 2026
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Wegen ihrer Verbindungen zu einem regierungsnahen Medienkonzern ruft die türkische Opposition zum Boykott von Volkswagen, Audi und Skoda auf. Der Fall zeigt, wie sehr Wirtschaft und Politik in der Türkei miteinander verflochten sind – und bringt internationale Konzerne in Erklärungsnot. Inmitten andauernder Proteste gegen die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu (CHP) ruft die größte Oppositionspartei nun zum Boykott mehrerer Unternehmen auf – dazu zählen auh deutsche Konzerne, wie die Autobauer Volkswagen und Audi. Kochshows statt Protestberichterstattung bei NTV Der Grund: ihre türkischen Vertriebspartner, der einflussreiche Dogus-Konzern. Zu seinem Portfolio gehört auch der regierungstreue Rundfunksender NTV. Dort wird Staatsfernsehen gemacht. Während der landesweiten Proteste laufen bei NTV Erdoğan-Sondersendungen oder Kochshows. Ein Affront der Opposition, die zuletzt mehr als zwei Millionen Menschen mobilisieren konnte. Boykottwelle in der Türkei: Özil wettert gegen Regierungskritiker in der Türkei CHP-Chef Özgür Özel kündigte deswegen an, VW-Fahrzeuge aus den Fuhrparks seiner Partei zu verbannen. Außerdem wolle er einen offenen Brief an den Konzern schreiben. Seine Forderung: Volkswagen solle die Zusammenarbeit mit Dogus beenden. Volkswagen hält sich öffentlich zurück Der Konzern hält sich selbst sich mit konkreten Aussagen zurück. Aus Wolfsburg hieß es lediglich: Man beobachte die Lage „genau“. Der Autobauer betonte indes die Bedeutung rechtsstaatlicher Verhältnisse für wirtschaftliche Stabilität. Eine direkte Konsequenz für die Partnerschaft mit Dogus wurde nicht genannt. Der Fall zeigt, wie eng Wirtschaft, Medien und politische Macht in der Türkei miteinander verwoben sind. So wird es für internationale Konzerne zunehmend heikel, in einem politisch derart polarisierten Umfeld neutral zu bleiben – besonders, wenn der eigene Vertriebspartner mitten im Sturm steht.
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