DTJ – Demokratie. Teilhabe. Journalismus.
Corona

Mediziner beenden Diskussion ums Fasten im Ramadan

Ernährungsmediziner sehen kein Problem darin, während der andauernden Corona-Pandemie ramadanbedingt zu fasten. "Die Fastenzeiträume im Ramadan sind für Gesunde vollkommen unbedenklich", sagte der Leiter des Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der Fachhochschule Münster, Joachim Gardemann, der Deutsch

MEHR
Von dtj-online1. Mai 2020
2 Min. Lesezeit
0% gelesen
Ernährungsmediziner sehen kein Problem darin, während der andauernden Corona-Pandemie ramadanbedingt zu fasten. "Die Fastenzeiträume im Ramadan sind für Gesunde vollkommen unbedenklich", sagte der Leiter des Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der Fachhochschule Münster, Joachim Gardemann, der Deutschen Presse-Agentur. Fasten schwäche das Immunsystem bei gesunden und gut ernährten Menschen nicht. Für rund 1,6 Milliarden Muslime weltweit hat vergangene Woche der Fastenmonat Ramadan begonnen. Zwischen Sonnenauf- und -untergang verzichten sie unter anderem auf Essen und Trinken. Die religiöse Tradition des Fastens wird regelmäßig hinterfragt, besonders in den Sommermonaten. Dieses Jahr wird vor allem kontrovers darüber diskutiert, ob das Ramadan-Fasten in Anbetracht der Corona-Epidemie medizinisch bedenklich sein könnte. Kritische Stimmen hatten die religiöse Praxis gar absagen wollen, zum Entsetzen vieler Muslime. Keine Studien zum Fasten und zum Risiko einer Covid-19-Infektion "Gesunde Menschen sollten in der Lage sein, diesen Ramadan, wie in den Vorjahren zu fasten", schrieb aber auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer Info-Broschüre "Safe Ramadan practices in the context of the Covid-19" (deutsch: "Sichere Ramadan-Praktiken im Rahmen von Covid-19"). Sie wies aber darauf hin, dass noch keine Studien zum Fasten und zum Risiko einer Covid-19-Infektion vorliegen. Ob Fasten einen anfälliger für Coronaviren macht, fragen sich nach Einschätzung der zweiten Vorsitzenden der Ärztegesellschaft Heilfasten (ÄGHE), Martha Ritzmann-Widderich, aktuell nicht nur gläubige Muslime. "Wir diskutieren das gerade alles sehr intensiv mit unseren Vorstandskollegen", sagte die Ernährungsmedizinerin. Aufpassen müssten lediglich Ältere, sowie Menschen, die durch eine Krankheit geschwächt sind oder ein schwaches Immunsystem haben. Vor vier Jahren hatte der japanische Wissenschaftler Yoshinori Osumi herausgefunden, dass beim Fasten ein sogenannter "Autophagie"-Prozess eingeleitet werde, der sich positiv auf die Gesundheit auswirke. Bei dem Prozess baut der Körper demnach die Abfallprodukte in den Zellen ab und verwertet sie anderweitig. Welche Ernährungstipps sich für den Ramadan eignen, könnt ihr hier lesen. dpa/dtj

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Newsletter abonnieren

Updates zum Thema „Corona"

Jederzeit kündbar. Öffnungen und Klicks werden nur aggregiert gemessen; kein individuelles Leseprofil. Datenschutz

Kommentare (0)

Kommentiere diesen Artikel

Mit dem Absenden stimmen Sie der Speicherung Ihres Namens und Kommentars gemäß unserer Datenschutzerklärung zu (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO).

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden technisch notwendige Speicherungen sowie – nur mit Ihrer Einwilligung – Statistik und Externe Medien (z. B. YouTube, Vimeo, Spotify oder X). Marketing wird derzeit nicht verwendet. Nicht-notwendige Dienste werden erst nach Ihrer Wahl aktiviert. Widerruf jederzeit über den Footer-Link. Details in der Datenschutzerklärung und den Cookie-Hinweisen.