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Türkische Volleyballerinnen verteidigen Europameistertitel
Hande Baladın (r.) und Gizem Örge jubeln nach einem Punktgewinn gegen Italien. Foto: Türkiye Voleybol Federasyonu/X

Türkische Volleyballerinnen verteidigen Europameistertitel

Die türkischen Volleyballerinnen haben vor heimischem Publikum erneut die Europameisterschaft gewonnen. Im Finale gegen Italien gab es einen 3:2-Erfolg - und das nach zweimaligem Rückstand.

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Von dtj-online4. September 2026
4 Min. Lesezeit
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Was für ein Finale, was für eine Aufholjagd: Die türkische Frauen-Volleyballnationalmannschaft hat ihren Europameistertitel erfolgreich verteidigt. Im Finale der CEV-Europameisterschaft 2026 setzte sich die Türkei am Sonntagabend in Istanbul gegen Italien mit 3:2 durch und holte damit zum zweiten Mal nach 2023 den EM-Titel. Die Entscheidung fiel erst im fünften Satz – vor den eigenen Fans im Sinan Erdem Spor Salonu.

Dabei sah es lange nicht nach einem türkischen Triumph aus. Italien erwischte den besseren Start und dominierte den ersten Satz. Mit 25:16 ging der Auftakt deutlich an die Italienerinnen. Besonders Ekaterina Antropova und Paola Egonu sorgten im Angriff für Probleme bei der türkischen Abwehr. Die Gastgeberinnen fanden zunächst kaum Mittel gegen den Druck des italienischen Teams.

Doch die „Filenin Sultanları“ – die „Sultane des Netzes“, wie die Mannschaft von den Fans und Medien genannt wird – ließen sich davon nicht beeindrucken. Im zweiten Satz kämpfte sich die Türkei zurück in die Partie und gewann mit 25:22. Damit war das Finale wieder offen.

Im dritten Durchgang schien Italien erneut davonzuziehen. Die Mannschaft um Trainer Julio Velasco gewann den Satz klar mit 25:12 und ging damit mit 2:1 nach Sätzen in Führung. Die türkische Mannschaft stand nun mit dem Rücken zur Wand.

Doch gerade in dieser Situation zeigte das Team von Trainer Daniele Santarelli seine große Stärke. Im vierten Satz entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch, den die Türkei mit 25:21 für sich entschied. Damit musste der Europameister im Entscheidungssatz ermittelt werden.

Vargas führt die Türkei zum Titel

Im fünften Satz bewahrte die Türkei die Nerven. Die Mannschaft spielte konzentriert und setzte sich schließlich mit 15:10 durch. Nach 122 Minuten war der zweite Europameistertitel der türkischen Volleyballgeschichte perfekt.

Eine zentrale Rolle spielte erneut Melissa Vargas. Die aus Kuba stammende und groß gewachsene Angreiferin erzielte im Finale 28 Punkte und war damit die erfolgreichste Punktesammlerin der türkischen Mannschaft. Noch wichtiger: Vargas wurde anschließend zum zweiten Mal nach 2023 zur wertvollsten Spielerin des gesamten Turniers gewählt. Zudem erhielt sie die Auszeichnung als beste Diagonalangreiferin.

Auch mehrere weitere türkische Spielerinnen wurden für ihre Leistungen ausgezeichnet. Gizem Örge wurde als beste Libera geehrt, Zehra Güneş als beste Mittelblockerin und Derya Cebecioğlu als beste Außenangreiferin. Trainer Santarelli wurde zum besten Coach des Turniers gewählt. Damit stellte die Türkei vier Spielerinnen und den Trainer im All-Star-Team beziehungsweise bei den individuellen Auszeichnungen.

Für Kapitänin Eda Erdem Dündar war der Erfolg vor heimischem Publikum etwas ganz Besonderes. Nach dem Spiel betonte sie vor allem die Unterstützung der Zuschauer. „Mit dieser Mannschaft bin ich unglaublich stolz. Die Zuschauer waren großartig“, sagte Erdem. Ohne die Unterstützung von den Rängen hätte die Mannschaft das Spiel ihrer Ansicht nach nicht mehr drehen können.

Anschließend richtete die langjährige Kapitänin den Blick über den Sport hinaus. „Wir haben gezeigt, was türkische Frauen erreichen können“, so Erdem. „Dieser Pokal gehört uns allen.“

Ein weiterer Meilenstein für türkischen Volleyball

Der Titel ist mehr als die erfolgreiche Verteidigung einer Europameisterschaft. Die türkische Frauen-Nationalmannschaft hat sich in den vergangenen Jahren endgültig in der Weltspitze etabliert. 2023 gewann die Türkei erstmals die Europameisterschaft. Nun folgte drei Jahre später der zweite Titel – erneut nach einem dramatischen Finale. 2025 stand die Türkei im WM-Finale, in dem sie Italien unterlag. Damit gelang jetzt auch die Revanche für diese wichtige Partie.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Entwicklung unter Daniele Santarelli. Der Italiener, der nun ausgerechnet gegen sein Heimatland den Europameistertitel gewann, führte die Mannschaft erneut zu einem großen Erfolg. Nach dem Finale zeigte er sich entsprechend emotional.

„Wir haben unglaubliche Dinge erreicht“, erklärte Santarelli. Seine Mannschaft habe gegen eines der besten Teams der Welt eine großartige Partie gespielt. „Wir können stolz auf uns, auf das Team und auf unsere Arbeit sein.“

Der Erfolg in Istanbul reiht sich damit in eine außergewöhnliche Entwicklung des türkischen Frauen-Volleyballs ein. Die Nationalmannschaft ist längst nicht mehr nur ein Geheimfavorit bei großen Turnieren. Sie gehört zu den Mannschaften, gegen die jeder Gegner mit höchstem Respekt antreten muss.

Istanbul feiert seine Europameisterinnen

Für die türkischen Fans war der Triumph auch deshalb besonders, weil das Finale in Istanbul ausgetragen wurde. Die Stimmung in der Halle entwickelte sich im Laufe des Spiels zu einem zusätzlichen Faktor für die Gastgeberinnen. Nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand trieben die Zuschauerinnen und Zuschauer ihr Team weiter an.

Als im fünften Satz der entscheidende Punkt fiel, gab es für die türkischen Spielerinnen kein Halten mehr. Sie lagen sich auf dem Feld in den Armen, während die Tribünen in Rot und Weiß feierten.

Die Türkei bleibt damit Europameister. Italien muss sich nach einem starken Turnier mit Silber begnügen, während Serbien Bronze gewann.

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